Von der Unabhängigkeit bis heute
Unabhängigkeit Indiens (1945)
Die Zeit zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg ist wahrscheinlich die bedeutendste Zeit für die Unabhängigkeit Indiens überhaupt. In diese Zeit fällt der passive Widerstand Mahatma Gandhis gegen die britische Kolonialherrschaft.
Als Mohandas Karamchand wurde er geboren und heute kennt man ihn unter dem Ehrentitel Mahatma (= große Seele) Gandhi. Schon früh in seinem Leben entschied sich Gandhi bewusst gegen die Regeln und Traditionen seines Heimatlandes. Obwohl er aus einer angesehenen Familie und Kaste kam und seinem hinduistischen Glauben intensiv nachging, entschied er sich trotz der Drohung aus der Kaste ausgeschlossen zu werden, für ein Jura Studium in England. Er reiste viel durch die Welt und verschaffte sich durch seine kritischen Schriften, vor allem zur schlechten Situation der Inder in Südafrika, international Gehör.
Als er 1914 nach Indien zurückkehrte fand er das Land und die Menschen dort in großer Uneinigkeit und versuchte deswegen getreu seiner Prinzipien zu vermitteln. So nahm er beispielsweise Kastenlose auf und gab ihnen Arbeit, er versuchte die Wogen zwischen den zwei religiösen Lagern Hindus und Moslems zu glätten und war bemüht und setzte sich für die Rechte der einheimischen Inder gegenüber der britischen Kolonialmacht ein, obwohl ihn sein Aufbegehren oft ins Gefängnis brachte. Auch wenn Mahatma Gandhi den Briten ein Dorn im Auge war, so waren ihnen wegen seiner Aggressionslosigkeit größten Teils doch die Hände gebunden.
Gandhi gewann immer größeren Einfluss und schaffte es tatsächlich am 13.04.1919 2000 Inder auf einem Platz in der Stadt Amritsar (und einigen anderen Städten) zu versammeln und gewaltlos für ihre Rechte zu kämpfen. Diese Versammlung endete jedoch in einem Massaker mit ca. 400 Toten, nachdem ein britischer General die versammelte Menge unter Beschuss stellte. Nach einem von Gandhi organisierten Generalstreik, wurde er inhaftiert. Da die Unruhen auf Seiten der Inder immer größer wurden und die Kooperationsbereitschaft nicht gegeben war, sagte Mahatma Gandhi von sich, dass er erkannt habe, dass die Inder noch nicht genügend Reife für das Prinzip des passiven Widerstandes besaßen.
Eine weitere große Aktion für die Unabhängigkeit stellte der Boykott englischer Textilien dar. Gandhi rief das indische Volk dazu auf, selbst am Spinnrad Stoffe für Kleidung herzustellen und ging mit gutem Beispiel voran; seitdem steht das Spinnrad für die indische Unabhängigkeit und findet sich auch heute noch auf der indischen Flagge.
Am 11.03.1930 trat Mahatma Gandhi seinen weltberühmten Salzmarsch an, bei dem es darum ging, die Inder dazu aufzufordern indisches Salz herzustellen und zu verkaufen und englisches Salz zu boykottieren, da die Briten sich weigerten die hohen Steuern auf indisches Salz abzuschaffen. Dieser Bewegung schlossen sich tausende Inder im passiven Widerstand an, obwohl sie dafür oft niedergeschlagen, inhaftiert oder sogar getötet wurden.
Trotz vieler solcher Protestaktionen blieb Indien weiter Kolonie. Im Zweiten Weltkrieg jedoch rief Gandhi, anders als im Ersten Weltkrieg, Indien dazu auf England die Kooperation zu verweigern und nicht für die Kolonialmacht zu kämpfen. An diesen Protest schlossen sich weitere Forderungen nach Unabhängigkeit an. 1942 sah sich England durch Japan in die Enge getrieben und willigte in die Unabhängigkeit Indiens ein. Trotzdem dauerte es noch fünf weitere Jahre (15.08.1947) bis Indien endgültig die Unabhängigkeit erlangte. Allerdings wurde dabei, trotz größter Bemühungen Gandhis um eine Einigkeit des Landes, das Land in das hinduistische Indien und das muslimische Pakistan aufgeteilt.
Republik Indien (1949- heute)
Unmittelbar nach der Unabhängigkeit hatte Indien mit vielen Kriegen zu kämpfen, die hauptsächlich aus der Völkerwanderung der einzelnen religiösen Gruppen von Indien nach Pakistan oder andersherum resultierte. Der Konflikt um Kaschmir ist heute noch ein aktueller Brandherd.
Obwohl Indien sich wirtschaftlich mehr und mehr verbessert (vorallem durch den Tourismus, Reisen und Kurzreisen) und dem westlichen Standard angleicht, bestehen weiterhin große Probleme mit religiösen Konflikten und Umweltverschmutzung und der daraus resultierenden problematischen hygienischen Situation in vielen Teilen Indiens.
Auch die Massenarmut ist nach wie vor ein sehr großes Problem. Trotz der Bemühungen des Friedensnobelpreisträgers Muhammed Junus über seine Bank Kredite in Form von Minikrediten zu erteilen ist es noch ein weiter Weg um diese Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen.