Die indische Architektur zählt wahrscheinlich zu der vielfältigsten auf der ganzen Welt. Nirgends findet man so viele prächtige Bauten auf so engem Raum wie in Indien. Wegen der vielen verschiedenen Völker und Religionen in Indien ist der Einfluss auf die Architektur groß und von mehreren Kulturen geprägt. Zudem besitzt Indien eine lange Tradition und frühe Formen der Zivilisation können in diesem Gebiet nachgewiesen werden; aus diesem Grund gibt es in Indien auch sehr viele Zeugnisse alter Baukunst aus der Frühzeit (zum Beispiel die Ruinen von Mohenjo-Daro). Aber auch der Einfluss der verschiedenen Religionen Indiens hat Spuren in der Architektur hinterlassen; vor allem die Vielfalt an Tempelbauten ist hier besonders erwähnenswert.

Zentral sind im Wesentlichen die Architektur der buddhistischen Tempel und Klöster und die Stambhas, die Architektur der hinduistischen Tempelanlagen, die jainistische Architektur sowie die islamische und sikhistische Bauweise. Als letztes wäre noch die Bauweise der Kolonialzeit Indiens erwähnenswert.

Kurzer Überblick über buddhistische Architektur

Bezeichnend für die buddhistische Architektur ist der Beginn der Monumentalbauweise sowie der Stupa (kuppelartiges Bauwerk) als indischer Kultbau. Die Stupas von Sanchi gehören zu den bedeutendsten und ältesten Zeugnissen alter Architektur. In der buddhistischen Architektur sind zwei Formen der Baukunst interessant; zum einen der Bau von Tempeln in Höhlen und zum anderen die frei stehenden Tempel. Für die Höhlentempel stehen die Anlagen in Karla und Ajanta exemplarisch; sie gehören zu den am reichsten verzierten Höhlentempeln in Indien und sind in jedem Fall sowohl wegen ihrer Bauweise als auch wegen der Kunstwerke sehenswert. Als bedeutendes Bauwerk der buddhistischen Architektur gilt der Mahabodhi-Tempel in Bodhgaya, der für die Bevölkerung Indiens einen sehr großen Stellenwert einnimmt, da man sagt, dass hier Siddhartha Gautama (Buddha) die Erleuchtung erlangt habe. Aus diesem Grund heftet diesem Bau etwas sehr Mystisches und Sakrales an. Stambhas (Monolith Säulen) gibt es in Indien an mehreren Orten, die in alten Zeiten als wichtige Anlaufpunkte (Handelssträßen, größere Plätze, etc.) galten; sehr bekannt ist das Stambha von Sarnath, dessen Kapitell von vier Löwen und dem indischen Rad der Lehre (Dharmachakra) gekrönt ist.

Kurzer Überblick über hinduistische Architektur

In der hinduistischen Architektur unterscheidet man drei verschiedene Baustile: Nagara-, Dravida- und Vesara-Stil.

Nagara-Stil

Hier finden Sie bald nähere Informationen.

Dravida-Stil

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Vesara-Stil

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Kurzer Überblick über jainistische Architektur

Im Großen und Ganzen unterscheidet sich die jainistische Architektur nicht so sehr von der buddhistischen Bauweise; dies gilt zumindest für die Außenansicht des Tempels. Das Innere jainistischer Tempel ist jedoch dermaßen reich an prächtigen Kunstwerken, das man seinen Augen kaum trauen wird. Die Innenräume sind meist geziert von beachtlichen Arbeiten von Steinmetzen, die oft im schönsten weißen Marmor erstrahlen. Im Gegensatz zu den Tempeln anderer Religionen wird in diesen Räumen nicht gebetet, sondern den Taten der jainistischen Gottheiten (Tirthankaras) gedacht. Die bekannteste Tempelanlage stellt Shravana Belgola nahe Mysore dar, die vor allem wegen einer riesigen Gommata Statue.

Kurzer Überblick über islamische Architektur

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Kurzer Überblick über sikhistische Architektur

Die sikhistischen Tempel werden „Gurdwara“ genannt. Oft dienen diese nicht nur als Gebetsstätte, sondern beispielsweise auch zu Speisungen, als Wohnungen oder anderes; aus diesem Grund sind die Gurdwara meist keine alleinstehenden Gebäude, sondern ein ganzer Gebäudekomplex mit mehreren verschiedenen Gebäuden zur anderweitigen Nutzung. Auffällig sind die persischen Einflüsse sowie einige Charakteristika islamischer Architektur in der sikhistischen Bauweise. Der bekannteste und wahrscheinlich auch wichtigste Gurdwara in Indien ist der Harmandir Sahib in Amritsar, der wegen seiner vergoldeten Kuppeldächer auch „Goldener Tempel“ genannt wird.
Kurzer Überblick über koloniale Architektur