Als sehr alte und traditionsreiche Kultur bestehen die grundlegenden Kunstformen wie Musik, Tanz und Malerei schon sehr lange in Indien. Oftmals gibt es Anzeichen, das erste Formen sogar schon der Induskultur bekannt waren. Durch die bewegte Geschichte Indiens sind allerdings oft traditionelle Kunstformen entweder durch andere Kulturen beeinflusst worden oder sogar verdrängt worden. In einigen Fällen kehren diese Formen der Kunst in der gegenwärtigen Zeit wieder ins Interesse der Künstler zurück, so dass traditionelle indische Werte wieder ins Gedächtnis gerufen werden.

Indische Musik

Ähnlich wie auch in der europäischen Musik, unterscheidet man in Indien auch die klassische Musik, die Volksmusik sowie die moderne Popmusik. In der klassischen Musik unterscheidet man die „Karnatische Musik“, die schon sehr lange existiert und einen großen Variationsreichtum aufweist. Die „Hindustane Musik“ dagegen ist sehr persisch geprägt.

Die indische Musik zeichnet zum einen aus, dass es selten größere Arrangements, sondern hauptsächlich Solokünstler sind, die musizieren. Konzerte in diesem Sinn gibt es nicht; musizieren doch einmal mehrere Musiker zusammen in einem Kammerspiel, sind diese Konzerte fast durchwegs improvisiert, da sich die Künstler an ein bestimmtes in Indien bekanntes System an Regeln des Musizierens halten. Zum anderen beeindruckt die Harmonie von Rhythmus und Melodie in der klassischen indischen Musik.

Die Volksmusik ist, ähnlich wie in Europa, regional unterschiedlich ausgeprägt und dargestellt. Dies macht sich in den unterschiedlichen Dialekten, Liedern und Texten sowie in einigen Instrumenten bemerkbar. Volksmusik wird hauptsächlich zu traditionellen Festen gesungen.

Die indische Popmusik ist die normale, im Alltag gespielte Musik. Auch diese kann aber traditionelle Elemente enthalten. Indische Popsong sind oft Musiktitel aus den aktuellen oder auch älteren Kinofilmen.

Traditioneller indischer Tanz

In Indien nimmt der Tanz einen besonderen Stellenwert ein, da er als religiöse Handlung angesehen wird. Traditionellerweise gibt es in Indien sieben verschiedene Tanzstile:
Beim Bharatnatyam sind die Bewegungen sehr erdbezogen, d.h. die Bewegungen tendieren nach unten und Sprünge oder Ähnliches sind selten. Diese Form des Tanzes ist äußerst anspruchsvoll und es dauert Jahre bis man in der Lage ist die Bewegungen so vollkommen auszuführen. Im Bharatnatyam hat jede Bewegung des Körpers und jede Anspannung eines Muskels sowie jeder Gesichtsausdruck eine spezielle Bedeutung. Aus diesem Grund ist ein intensives Training notwendig, um alle Bedeutungen und Facetten des Tanzes richtig darzustellen.

Kathakali bezeichnet eine Tanzform , die eine ähnliche Unterhaltungsform darstellt wie das Theater. Mit diesem Tanz werden Geschichten oder sogar Auszüge aus Epen erzählt. Wichtig für die Darstellung verschiedener Charaktere sind die verschiedenfarbig geschminkten Gesichter. Dieser Tanz wird nur von Männer ausgeführt.

Der Tanzstil Kuchipudi wird auch als Tanzdrama bezeichnet. Diese Form des Tanzes erfordert nicht nur die Beweglichkeit und künstlerische Ästhetik des Tanzes, sondern zusätzlich ein hohes Maß an Geschicklichkeit und Akrobatik, da diese Kunstform unter verschiedenen äußeren Bedingungen (z.B. Tanz auf äußerst kleinem Raum, auf Stühlen, Tischen und Tabletts) und meist mit zusätzlichen Accessoires wie beispielsweise das Balancieren von Gegenständen auf dem Kopf während des Tanzens.

Mohiniytam wird nur von Frauen getanzt und stellt das Prinzip weiblicher Liebe dar. Typisch sind runde Bewegungen und fließende Kleider zur Darstellung der Geschichte von der Verführerin Mohini.

Odissi bezeichnet eine sehr alte und traditionelle Tanzform Indiens, was alte Tempelzeichnungen belegen können, da hier bereits die ersten Tanzbewegungen dieses Stiles dargestellt sind. Odissi vereint sowohl statische Posen als auch ästhetische Bewegungen und kombiniert sie zu anmutigen Kompositionen.

Das Ziel des Manipuri Tanzes ist vor allem Weichheit und Rundheit. Es dürfen keine eckigen oder geradlinigen Bewegungen gemacht werden und alle Bewegungen müssen durch und durch weich sein. Deswegen werden die Füße auch immer mit der Zehenspitze zuerst aufgesetzt. Begleitet wird der Tanz von bestimmten Instrumenten begleitet, die auch den Rhythmus vorgeben.

Malerei in Indien

Erste künstlerische Zeugnisse und Malereien traten in Indien schon während der Induskultur auf; allerdings waren die ersten Kunstformen hier noch recht primitiv und größtenteils auf Malereien auf Keramik beschränkt. Größere malerische Kunstwerke finden sich erst in der Zeit der Gupta wieder; vor allem die Höhlenmalereien von Ajanta sind hier nennenswert. Erst im Mittelalter mit dem Auftreten islamischer Kunst wurde die Malerei als Kunstform der Perser wichtig. In diesem Stil enstand auch die traditionelle indische Malerei mit ihren kräftigen Farben und den Darstellung von Buddha in diversen Formen. Die indische Malerei wurde jedoch in der Zeit als Kolonie sehr „verwestlicht“ und europäisiert und verlor damit zunehmend den ursprünglichen charakteristischen Stil. Erst in der Moderne tauchen langsam wieder Stilelemente der traditionellen Malerei auf, die jetzt mit dem Stil westlicher Kunst vermischt werden.

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